Heimorte: Übersichtskarte

In Thüringen gab es zwischen 1945 und 1990 mindestens 136 Orte der Heimerziehung. Hierzu zählen 68 Normalheime, 24 Spezialheime und 9 Durchgangseinrichtungen (darunter die drei zentralen Durchgangsheime für die Bezirke Erfurt, Gera und Suhl) sowie über 35 konfessionelle und anderweitige Heime. Die Übersichtskarte markiert diese Orte der Heimerziehung in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Über einen Klick auf den jeweiligen Ort in der Karte können erste Informationen abgerufen werden.

Verschiedene Heimarten lassen sich an Hand der farblichen Hervorhebungen auf der Karte erkennen. Die DDR-Jugendhilfe unterteilte Kinder und Jugendliche in „normal-erziehbar“ und „schwer-erziehbar“. Diesem Muster folgten auch unterschiedliche Heimformen: „normal-erziehbare“ Kinder kamen in Normalheimen und „normal-erziehbare“ Jugendliche in Jugendwohnheimen unter. Zu „schwer-erziehbar“ erklärte Kinder und Jugendliche wurden in Spezialheime – Spezialkinderheime, Jugendwerkhöfe oder das Kombinat der Sonderheime für Psychodiagnostik und pädagogisch-psychologische Therapie (das Kombinat hatte keines seiner Sonderheime in Thüringen) eingewiesen. Zudem wurde getrennt nach Alter, Geschlecht und Bildungsstand bzw. -fähigkeit untergebracht.

Die gelb markierten Heimorte zeigen sogenannte Normalheime. Die Normalheime werden in der Übersichtskarte unterteilt in Kinderheim, Hilfsschul- bzw. Sonderschulheim und Jugendwohnheim. Sofern die Spezifizierung des Normalheimes nicht bekannt ist, wurde der jeweilige Ort mit der Bezeichnung „Normalheim“ gekennzeichnet.

Die Spezialheime – in der Übersichtskarte rot markiert – werden unterteilt in Spezialkinderheim, Jugendwerkhof und Jugendwerkhof-Außenstelle.

Die Durchgangseinrichtungen bzw. Durchgangsheime sind grün hervorgehoben.

Die Sonderschulheime / Hilfsschulheime bzw. die Jugendwerkhöfe für Sonder- / Hilfsschüler sind lila gekennzeichnet.

Nicht eindeutig zuzuordnende und sonstige Heime sind an grauer Farbe erkennbar.

Konfessionelle Heime sind blau markiert.

Die Informationen zu den Orten der Heimerziehung in Thüringen wurden zusammengetragen aus Veröffentlichungen zum Thema, aus Archivdokumenten, Zeitzeugenberichten und eigenen Forschungen. Zu diesen (und noch unbekannten) Heimorten in Thüringen werden im Projekt weitere Grunddaten und zusätzliches Material zusammengetragen. Ziel ist, die Gesamtheit der Heimorte und der damit verbundenen Erlebnisse, Erfahrungen und Erzählungen lebendig werden zu lassen und lebendig zu erhalten und so tatsächlich eine „virtuelle Gedenkstätte“ zur DDR-Heimerziehung entstehen zu lassen.

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Hinweis: Die Übersichtskarte erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr handelt es sich um ein fortlaufendes Projekt. Die Übersichtskarte wird regelmäßig aktualisiert und durch Informationen zu neu bekannt gewordenen Heimorten ergänzt.